Wärmedammung ung Heizenergie


Die Sache mit den Löchern

Unternehmen wir ein kleines Gedankenexperiment und nehmen an, Du bist Hobbygärtner. Du hast ordentlich Topfpflanzen auf Deinem Balkon. Und gerade gibt es eine Hitzeperiode, Du musst fleißig gießen.

Du nimmst also Deine geliebte Gießkanne, ein Erbstück, gehst in die Küche und lässt Wasser reinlaufen. Plötzlich bemerkst Du: Ups, die Gießkanne hat Löcher, aus denen sie ständig Wasser verliert!

Und jetzt ersetze doch bitte im letzten Satz einmal:


Hat die Gießkanne große Löcher, läuft das Wasser schneller raus, als wenn die Löcher klein sind. Je größer die Löcher, desto mehr Wasser verliert sie. Dasselbe gilt für Dein Haus in Bezug auf Wärmedämmung und Heizenergie.

Was wäre nun die beste Lösung für das Gießkannen- Problem?

  • Den Wasserhahn stärker aufdrehen? 
  • Löcher flicken? 
  • eine neue Gießkanne kaufen?


In Bezug auf ein Haus scheint die Antwort klar: Wenn Dir die Immobilie bereits gehört, dann wirst Du versuchen, „Löcher zu flicken“. Konkret: Das Dach isolieren, alte Fenster durch neue, dreifach verglaste ersetzen etc. Möglicherweise wirst Du feststellen, dass die Kosten dafür unerwartet hoch sind. Dann ist Neubau eventuell eine Option.

Aber als Bauherr achtest Du natürlich von vornherein darauf, denn  „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Der Wärmedämmung Deines Hauses gehört höchste Priorität, noch vor der Heizung! Eine Chance, die Du nicht vergeben solltest: mach Dir frühzeitig Gedanken über das Thema, das viele nicht auf dem Radar haben. Hinterher kannst Du es nicht mehr ändern.

Wie findest Du nun bei der Planung Deines Neubau-Traumhauses heraus, wie gut die Wärmedämmung ist, die Dir Dein Bauunternehmen anbietet?

Vergleiche den „u-Wert“

Zur Beschreibung der Energieverluste findest Du in der Bau- und Leistungsbeschreibung jedes Hausbau-Unternehmens den sogenannten u-Wert mit seiner Einheit W/m²K.
  • Je kleiner der u-Wert, desto länger bleibt Dir Deine teuer bezahlte Heizwärme erhalten. Es ist eine lineare Größe, ein doppelt so großer u-Wert bedeutet also einen doppelt so schnellen Wärmeverlust.
  • Der u-Wert wird für jedes Bauteil der Gebäudehülle separat angegeben: Außenwand, Dach, Fenster, Haustür, Bodenplatte, usw.
  • Der u-Wert ist gut geeignet für Stichproben: Beim Anbieter-Ver- gleich kannst Du daraus ablesen, wie wichtig einem bestimmten Bau-Unternehmen das Thema Wärmedämmung ist.
  •  Am Ende geht es um das Zusammenspiel aller Bauteile: Aus allen u-Werten gemeinsam ergibt sich am Ende die Last, die Deine Heizungsanlage stemmen muss.
  • Als Faustregel kannst Du Dir also merken: großer u-Wert = Heizung benötigt viel Power.


Damit das Thema für Dich überschaubar bleibt, empfehle ich Dir, Dich auf die KfW-Effizienzhaus-Kategorien zu konzentrieren. Als KfW- Effizienzhaus-55/-40/-40-Plus werden Häuser bezeichnet, in denen Wärmedämm- und Heizungstechnologie besonders intelligent mit- einander kombiniert sind. Wobei der Schwerpunkt klar auf der Vermeidung von energetischen Verlusten liegt.

Mache mehr, als Du müßtest!

Wenn Du heute neu baust, sind die gesetzlichen Mindestanforderungen bezüglich Wärmedämmung und Heizung in der sog. ENEV (Energie-Einspar-Verordnung) festgeschrieben. Wenn Du Dich an die ENEV hälst, bekommst Du eine Standardheizung und eine Standard-Wärmedämmung. Das Resultat sind unnötig hohe Betriebskosten.

Was ich Dir empfehle, ist besser als Standard: ich rate Dir zu einem KfW-Effizienzhaus 55. Warum gerade das? Mehr geht natürlich auch, ist aber nicht immer sinnvoll. KfW-55 bietet meines Erachtens das ausgewogenste Verhältnis zwischen exzellenter Wärmedämmung, modernster Gerätetechnik und der „Extrameile“ an Investitionen.

Es ist der beste Kompromiss zwischen Ökonomie und Ökologie, Du bekommst das beste aus beiden Welten. Ganz konkret bedeutet das: Kosten für Heizung inklusive Warmwasser von 35-45€ je Monat für ein ganzes Haus.

Das funktioniert mit Wärmepumpe, und die Voraussetzung für deren wirtschaftlichen Einsatz ist … eine super Wärmedämmung


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